3 wöchiges Lamatrekkingprojekt einer sozialpädagogischen Wohngruppe aus Graz in den Tiroler Bergen.
Die Wohngemeinschaft WEGE Leben aus Graz organisiert jedes Jahr mit einigen ihrer Kinder ein Projekt in den ersten drei Ferienwochen. Für das Jahr 2005 entschieden sie sich für ein Lamatrekkingprojekt. Ich, Hans Geißler (TyroLLAMA) stellte mich dieser großen Herausforderung.
4 Kinder im Alter von 9 – 13 Jahren , 2 Betreuer, ich und abwechselnd mein Bruder Toni zogen
3 Wochen lang mit 7 Lamas durch die Tiroler Bergwelt. Jeder Teilnehmer bekam sein Lama zugeteilt, für das er verantwortlich war. (Pflegen, bürsten, zur Tränke führen, Futter geben usw.) Es entstanden Freundschaften zwischen Tier und Mensch, in den 3 Woche sattelten und bepackten die Kinder teilweise bereits alleine die Lamas. Bei so viel Equipment war das gleichmäßige Bepacken der Tiere eines der schwierigsten Aufgaben jeden Tag.
Auch anhaltendes Regenwetter über 4 Tage machte die Sache nicht leichter, die Nässe zog überall ein. Am 5 Tag mussten wir bereits einen Ruhetag einlegen. Das ganze Equipment musste zum Trocknen ins Freie gelegt werden. Den Lamas war das Wetter ziemlich egal, nur die Fliegen machten den Tieren zu schaffen. Hier einige Bilder unserer Trekkingtour , und ein Bericht von den Betreuern Doris Limpl und Gerald Pint.

Projektwoche 2005   Projektwoche 2005   Projektwoche 2005
Projektwoche 2005   Projektwoche 2005   Projektwoche 2005

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Erlebnispädagogisches Projekt 2005 „LAMA TO(UR)GETHER“
Wir sind eine sozialpädagogische Wohngruppe mit erlebnispädagogischem Schwerpunkt.
Seit nun mehr 11 Jahren veranstalten wir jährlich ein erlebnispädagogisches Sommerprojekt im Outdoorbereich. Wir planen unsere Projekte unter Berücksichtigung der Bedürfnisse und Voraussetzungen der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen.
Das Medium Lama ermöglich durch sein soziales Wesen jungen Menschen im sozial emotionalen Bereich Bedürfnisse zu befriedigen, Defizite zu kompensieren und zahlreiche Lernprozesse zu initiieren. Lamas sind friedfertige Tiere, die sich als Interaktionspartner, auch für junge Menschen mit besonderen Bedürfnissen anbieten.
Im Jahr 2005 haben wir uns nach langer Diskussion im sozialpädagogischen Betreuerinnenteam für ein Lamatrekkingprojekt entschieden.
Wir hatten das Glück in Hans Geissler einen Guide zu finden, der genug Idealismus besaß, um sich auf unser Unterfangen einzulassen und sich vorstellen konnte uns bei der Verwirklichung unserer Idee zu unterstützen.
Wir befanden uns in der einmaligen Situation eines Gruppenfindungsprozesses.
Kinder die ursprünglich in zwei verschiedenen Gruppen lebten, würden in Zukunft in einer Gruppe zusammen wohnen. Bei der Trekkingtour hatten die Teilnehmerinnen die Möglichkeit verschiedenste Aufgaben gemeinsam zu bewältigen und zu einer Gemeinschaft zusammenzuwachsen. Die Kinder waren immer wieder gefordert sich gegenseitig zu unterstützen (gemeinsamer Koppelbau, Feuerholz sammeln, kochen, Zeltaufbau, schwierige Wegpassagen meistern, usw. )
Bereits im Mai hatten wir an einem Vorbereitungswochenende die Möglichkeit erste Kontakte zu 2unseren“ Lamas zu knüpfen, wir haben gelernt Lamas zu führen (auch über schwieriges Gelände), sie zu bepacken, zu pflegen und zu füttern und anfängliche Berührungsängste abzubauen. Wir absolvierten auch eine erste, kleine 3-tägige Tour.
Im Julie 2005 starteten wir schließlich unser Projekt. Abseits von großen Touristenströmen machten wir uns ausgehend von Wattenberg gemeinsam auf den Weg in die einzigartige tiroler Bergwelt. Geschlafen wurde in Zelten, oft bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt. Gekocht wurde am offenen Feuer. Wir bewegten uns immer zwischen 1000 und 2.500 m Seehöhe. Eine besondere Herausforderung stellt das Mitführen des Equipments (Zelte, Isomatten, Schlafsäcke, persönliche Dinge) und die Lebensmittel für jeweils 1 Woche, dar.
Die stärksten Lamas mussten bis zu 40kg Gepäck tragen. Wir absolvierten keine langen Tagesetappen, aber enge, schmale und unwegsame Steige waren für Lama und Führer/in eine Herausforderung. Das anfangs kühle, anhaltende Regenwetter machte die Startbedingungen schwierig.  Aber Sonnentage in der einsamen Natur und wunderschöne Lagerplätze (zeitweise auch über der Baumgrenze oder an Bergseen) entschädigten uns für manche Strapaze.
Täglich aufs neue den Lagerplatz zu räumen, die Packtaschen optimal zu bepacken und die Lamas zu beladen nahm sehr viel Zeit in Anspruch. Am späteren Nachmittag mussten ein Lagerplatz gesucht werden, der zum einen möglich eben sein sollte, zum anderen musste Quellwasser in der Nähe sein. Wichtig war außerdem, dass es in der näheren Umgebung die Möglichkeit gab, Feuerholz zu sammeln (was oberhalb der Baumgrenze nicht so einfach ist).
Diese notwendigen, alltäglichen Dinge füllten die Tage. Am Abend saßen wir immer am Lagerfeuer zusammen, um den Tag noch einmal zu reflektieren.
Wir haben drei intensive, lehrreiche Wochen in Tirol verbracht, die ohne das Engagement von Hans Geissler nicht möglich gewesen wären.
„Learning by doing“ bot unseren Kinder und Jugendlichen die Chance sich weiterzuentwickeln, ihr Selbstbewusstsein zu stärken, sich und ihre Grenzen besser kennen zu lernen.
Um unsere Erlebnisse vom Sommer noch einmal Revue passen zu lassen, besuchten wir Hans und seine Lamaherde Ende Oktober zu einem Nachbereitungswochenende und veranstalteten schließlich im November in Graz eine Projektpräsentation. Doris & Gerald

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